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descriptionFrau hält sich den Kopf
Quälende Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache – je nach Ausprägung handelt es sich um Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Cluster-Kopfschmerzen.
descriptionGlobuli auf grünem Blatt
Was ist Homöopathie, wer hat sie erfunden und wie werden die Mittel hergestellt und angewandt? Außerdem: die wichtigsten Substanzen von A-Z.
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Migräne vorbeugen und behandeln

Die Migräne zählt zu den häufigsten Kopfschmerzarten. Heilbar ist die Erkrankung nicht, jedoch können Sie Migräneattacken vorbeugen und die Beschwerden lindern – mit und ohne Medikamente. Über einfache Maßnahmen und die richtigen Arzneimittel gegen Migräne beraten wir Sie gerne bei uns in der Apotheke.  

Insgesamt unterscheidet die Medizin mehr als 150 verschiedene Arten von Kopfschmerzen – eine der häufigsten ist die Migräne. Frauen leiden bis zu dreimal so häufig darunter wie Männer. Allein in Deutschland sind laut Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) rund zehn bis 15 Prozent von Migräne betroffen.

Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns
Migräne ist eine Erkrankung der Hirnnerven, Hirngefäße und Hirnhäute. Das Gehirn selbst ist nicht schmerzempfindlich. Migräne ist nicht heilbar – Betroffene leiden lebenslang darunter. Ihren Schwerpunkt hat die Erkrankung meist zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr. In höherem Alter werden die Beschwerden oft schwächer und treten seltener auf.

Welche Ursachen hinter der Migräne stecken und welche Prozesse während einer Attacke genau ablaufen, ist bisher noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass bei einem Anfall schmerzvermittelnde Botenstoffe ausgeschüttet werden – sogenannte Neurotransmitter. An den Blutgefäßen lösen diese Substanzen dann eine Entzündungsreaktion aus. Die entzündete Gefäßwand ist extrem schmerzempfindlich – jeder Pulsschlag führt zu starken Schmerzen.

Wie unterscheiden sich Kopfschmerzen und Migräne?
Nicht jeder, der starke Kopfschmerzen hat, leidet automatisch unter einer Migräne. Häufig kommen zum Beispiel auch Spannungskopfschmerzen vor. Von Betroffenen werden sie oft als dumpf und drückend beschrieben. Sie treten an Stirn, Nacken oder Hinterkopf auf. Anders als bei einer Migräne verstärken sich Spannungskopfschmerzen bei Bewegung nicht.

Migränepatienten haben hingegen oft einseitige Kopfschmerzen, die sie als pulsierend, pochend oder stechend wahrnehmen. Dazu kommen noch weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen oder eine Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Gerüche. Der Verlauf einer Migräneattacke ist immer gleich. Typisch sind jedoch aufeinanderfolgende Phasen, die unterschiedlich lang dauern. Manchmal gehen dem Anfall Gereiztheit und Stimmungsschwankungen voraus. Müdigkeit, Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel und Konzentrationsstörungen können ebenfalls auftreten.

Im weiteren Verlauf kann die sogenannte Migräneaura mit Wahrnehmungsstörungen folgen – meist mit eingeschränkter Sicht. Betroffene sehen Objekte dann verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert. In Einzelfällen kommen noch Sprach- und Orientierungsstörungen hinzu. Jeder Anfall bringt in der nächsten Phase Kopfschmerzen und teilweise Übelkeit inklusive Erbrechen mit sich. Dann sind Patienten besonders empfindlich gegenüber Licht und Lärm.

Auslöser erkennen und vermeiden
Am besten lässt sich einer Migräne vorbeugen, indem man die Auslöser (auch bekannt als Trigger-Faktoren) erkennt und – wenn möglich – vermeidet. Bei vielen Betroffenen handelt es sich dabei um Stress und Schlafmangel, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Reizüberflutung, Alkohol, Koffein oder bestimmte Wetterlagen. Ebenso können unter Umständen bestimmte Medikamente – zum Beispiel zur Behandlung von Arthritis, Wirbelsäulenleiden oder Bluthochdruck – eine Migräne auslösen. Wer täglich einen Kopfschmerzkalender führt, erkennt nach einiger Zeit, wann und unter welchen Umständen die Migräne auftritt.

Migräne vorbeugen
Bei vielen Migränepatienten wirkt zum Beispiel regelmäßiger leichter Ausdauersport wie Walken oder Schwimmen vorbeugend. Auch bestimmte Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung oder das Biofeedback unterstützen dabei, die Trigger besser im Griff zu haben. Am effektivsten ist es, wenn Patienten mehrere Entspannungstechniken miteinander kombinieren.  

Leiden Betroffene mehr als drei- oder viermal monatlich unter Migräneattacken oder halten diese in der Regel sehr lang an und sprechen nicht auf eine Akuttherapie mit Medikamenten an, kann eine vorbeugende medikamentöse Behandlung (Migräneprophylaxe) durchgeführt werden. Dabei nimmt der Patient täglich Migränemedikamente ein. Das soll die Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken verringern – und so verhindern, dass Betroffene zu häufig Schmerzmittel einnehmen müssen.

Migräne behandeln
Die meisten Betroffenen wissen aus eigener Erfahrung am besten, was ihnen während eines Anfalls guttut: Vielen hilft es, sich in einen dunklen, ruhigen Raum zurückzuziehen, kühlende Tücher oder mit Gel gefüllte Kühlbrillen auf den Kopf zu legen oder ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Schläfen zu tupfen. Auch Schlaf wirkt oft erleichternd – besonders bei Kindern.

Ist die Schmerzintensität leicht bis mittelschwer, empfiehlt es sich zudem, schmerzstillende Medikamente einzunehmen – sogenannter Analgetika. Dazu zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Metamizol und Naproxen. Wer regelmäßig unter Migräne leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, welches Schmerzmittel in welcher Dosierung für ihn das richtige ist. Werden Schmerzmittel frühzeitig – also zu Beginn einer Migräneattacke – und in passender Dosierung eingenommen, verschafft dies normalerweise schnell Linderung. Betroffene sollten Schmerzmittel jedoch nur in Ausnahmefällen länger als zehn Tage im Monat einnehmen, da diverse Nebenwirkungen auftreten können.

Wer zusätzlich an Übelkeit leidet, kann vor der Einnahme des Schmerzmittels mit Medikamenten gegen Übelkeit entgegenwirken. Migränepatienten, bei denen regelmäßig schwere Symptome auftreten, empfehlen Mediziner, frühzeitig sogenannte Triptane einzunehmen. Befindet sich der Betroffene schon in der Auraphase, sollten diese Medikamente nicht mehr eingesetzt werden.  

Triptane stehen in unterschiedlichen Anwendungsformen zu Verfügung – etwa als Tabletten, Nasenspray oder Zäpfchen. Sie wirken positiv auf den Serotoninspiegel – und dadurch schmerzlindernd. Wenn die Einnahme allerdings keine spürbare Wirkung zeigt, sollten Betroffene in Absprache mit dem Arzt das Medikament wechseln und nicht selbstständig höher dosieren. Denn: Der übermäßige Gebrauch solcher Mittel kann am Ende sogar zu chronischen Kopfschmerzen führen.

Mehr zum Thema Kopfschmerzen.

Mehr Informationen über die Vorbeugung und Behandlung einer Migräne – sowohl medikamentös wie auch nicht-medikamentös – erhalten Sie bei uns in der Apotheke.  

Quelle:
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Migräne
Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Migräne: Tipps zur Behandlung und Vorbeugung






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Frau nimmt Tablette
© Thinkstock
Frühzeitig gegensteuern: Nur wer bereits zu Beginn einer Migräneattacke Medikamenten einnimmt, kann die Beschwerden lindern.